siehe Ludwigsburger Kreiszeitung vom 07.10.2020:

Im Norden Stuttgarts – genau gesagt in Remseck – herrscht seit Jahren ein wachsendes Verkehrsproblem. Dort staut sich alltäglich über viele Stunden der Verkehr an einer schmalen Neckarquerung, die zudem auf beiden Seiten in komplizierte, ampelgesteuerte Kreuzungsknoten mündet. Dieses Verkehrsrelikt aus vergangenen Jahrzehnten ist in keiner Weise den heutigen Verkehrsanforderungen im Norden Stuttgarts gewachsen. Die Verkehrsachse stellt eine Verbindung der Bundesstraßen B27 sowie B14/B29/B10 her und dient damit auch als Zubringer für die Bundesautobahnen A81 und A8.

Diese Anforderungen des wichtigen Wirtschaftsraumes „Mittlerer Neckar“ hat auch das Bundesverkehrsministerium erkannt und das Projekt „Nordost-Ring Stuttgart“ in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen.

Die Stadt Remseck besteht aus mehreren Teilorten und möchte durch die Entwicklung einer „Neuen Mitte“ sowie durch Schaffung neuen Wohnraumes ein Zusammenwachsen der Teilorte begünstigen. All dies ist mit einer Neckarbrücke und mehr als 30.000 Fahrzeugen pro Tag inmitten der Stadt nicht möglich.

Um das Image der Grünen durch ein Straßenbauprojekt wie den NO-Ring nicht zu beflecken, hat der Landesverkehrsminister Winfried Hermann den unbedarften Remsecker OB Dirk Schönberger mit einem geschickten Winkelzug geködert. Die Stadt soll eine neue Brücke bauen, die nur 200 Meter westlich der alten Brücke und damit wieder mitten in Remseck liegt. Durch eine finanzielle Beteiligung des Landes kaufen sich die Grünen so von Planung und Bau eines NO-Ringes frei.

Remseck würde so für die nächsten Jahrzehnte Opfer des überregionalen Verkehrs im Norden Stuttgarts. Die Entwicklung der Stadt sowie ihre Bewohner werden unter den immensen Belastungen durch Verkehr und Straßenbau leiden. Das gesamte Vorhaben wird vollends zum Schildbürgerstreich, wenn man weiß, dass keine signifikante Verbesserung der Verkehrssituation zu erwarten ist, da mit der sogenannten „Westrandbrücke“ abermals ein Bauwerk mit zwei Fahrbahnen und komplexen Knotenpunkten beiderseits des Neckars geplant ist. Auch eine Bebauung der „Neuen Mitte“ wird aus Lärmschutzgründen nur bedingt oder gar nicht möglich sein.

Die Bürger Remsecks stimmen am 15. November in einem Bürgerentscheid über die „Westrandbrücke“ ab – ein Nordost-Ring steht nicht zur Wahl.

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