Zusammenfassung einer Pressemitteilung zur Westrandbrücke in der Stuttgarter Zeitung am 21.10.2026.

25.10.2026

Soweit eine Zusammenfassung einer Pressemitteilung der letzten Tage.

Geduldsprobe in Remseck: Warum wir auf die neue Neckarbrücke noch bis 2038 warten müssen

Wer in Remseck auf eine schnelle Entlastung des Verkehrs gehofft hat, braucht einen langen Atem. Wie einem aktuellen Pressebericht (in der Stuttgarter Zeitung) zu entnehmen ist, nimmt das Großprojekt rund um die neue Neckarquerung zwar die nächste Hürde, doch die Fertigstellung rückt in weite Ferne. Dieser Blogbeitrag fasst die wesentlichen Fakten zusammen.

Ein Projekt epischer Dauer Vor mittlerweile sechs Jahren haben sich die Bürgerinnen und Bürger von Remseck für eine neue Brücke am Westrand ausgesprochen. Kürzlich gab der Gemeinderat nun sein Okay für die weitere Planung der sogenannten „Variante 5“. Doch der Zeitplan hat es in sich: Wenn alles nach Plan läuft, soll der Bau erst im Jahr 2035 beginnen. Die Fertigstellung ist für 2038 anvisiert – das wären 18 Jahre seit dem ursprünglichen Bürgerentscheid.

Mehr als nur eine Brücke Hinter dem rund 60 Millionen Euro teuren Vorhaben steckt weit mehr als nur ein Stück Infrastruktur. Die Brücke ist ein zentraler Baustein für die geplante „Neue Mitte“. Remseck, das aus sechs Stadtteilen besteht, soll so endlich ein wirkliches gemeinsames Zentrum erhalten. In Remseck treffen sich aktuell Verbindungsstraßen aus Ludwigsburg, Waiblingen und Stuttgart. Damit das neue Quartier mit Dienstleistungsangeboten und Wohnungen frei von diesem Durchgangsverkehr wird, ist die neue, außerhalb verlaufende Trasse zwingend notwendig.

Wer bezahlt das Mammutprojekt? Eigentlich handelt es sich um eine Brücke des Landes, weshalb die Stadt Remseck voraussichtlich nur etwa ein Drittel der Kosten tragen muss, was die Planung jedoch komplexer macht. Dennoch beläuft sich der Eigenanteil der Kommune aktuell auf rund 20 Millionen Euro. Stadtrat Steffen Kirsch (CDU) wies darauf hin, dass diese Summe bis zur tatsächlichen Umsetzung noch wachsen dürfte und die Finanzierung zeitnah transparent dargestellt werden müsse. Oberbürgermeister Dirk Schönberger appellierte derweil an Land und Regierungspräsidium, die Planungen möglichst zu beschleunigen.

Fazit Die nun weiterverfolgte Variante 5, eine zweispurige Lösung, setzte sich gegen deutlich teurere Alternativen (Variante 1 und 3) durch, die bei 94,5 und 84 Millionen Euro gelegen hätten. Bis zum Baustart muss unter anderem noch das Verkehrsministerium zustimmen und ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren durchlaufen werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich der weitere Zeitplan entwickelt.

Weitere Informationen Zusätzliche Berichterstattung zu diesem Thema und der Entscheidung des Gemeinderats für die Variante 5 finden Sie auch in der Stuttgarter Zeitung (https://www.stuttgarter-zeitung.de/lokales/ludwigsburg/mammutprojekt-in-remseck-60-millionen-projekt-neue-neckarbruecke-ist-erst-2038-fertig-79573014.html). Der entsprechende Artikel ist am 21. Oktober 2026 erschienen.

Aus unserer Sicht können wir das nicht unkommentiert lassen

1.Es wird noch immer die falsche Annahme verbreitet, die WRB sei die Lösung der Stauprobleme bei der Neckarquerung sowie des innerörtlichen Schleichverkehrs in Neckargröningen und Aldingen. Das ist nicht der Fall. Es wird mit einem Verkehrsfluss der Stufe „D“ an den neuralgischen Punkten geplant. Stufe „A“ bedeutet einen fließenden Verkehr. Aktuell haben wir stellen- und zeitweise Stufe „E“. Die geplante Verbesserung ist also marginal.Wir alle wissen, dass von der öffentlichen Hand „geplante“ Projekte allzu optimistisch angegangen werden, bezogen auf zeitliche Umsetzung, Kosten und funktionales Ergebnis. (Der Begriff Planung diskreditiert in dem Zusammenhang echte Planungen.)

Es ist also nicht davon auszugehen, dass der Verkehr flüssiger wird.

2.Das Projekt sei mehr als eine Brücke, heißt es. Es solle die Ortsteile einander näher zusammenrücken lassen. In der Tat ist das Projekt mehr als eine Brücke. Es gehört die Westrandstraße ebenfalls dazu. Eine Straße, auf der knapp 40.000 Fahrzeuge täglich fahren werden, davon knapp 8.000 Lkw. Zur Einordnung: Eine 4-spurige Autobahn (2 je Fahrtrichtung) verträgt ca. 60.000 bis 70.000 Fahrzeuge pro Tag. Also sollen hier am Rande der „Neuen Mitte“, zwischen dieser und den Ortsteilen Aldingen und im weiteren Verlauf auch Pattonville, nur etwa 1/3 weniger Fahrzeuge fahren als auf einer stark befahrenen Autobahn.

Es ist doch schwer vorstellbar, wie dies die Ortsteile Aldingen und Pattonville mit der Neuen Mitte verbinden soll. Für uns klingt das eher nach einer massiven Zäsur. Wie soll eine Neue Mitte als Zentrum funktionieren, wenn knapp die Hälfte der Menschen in Remseck davon abgeschnitten ist?

3.Wer soll das bezahlen?

Die Frage stellt inzwischen auch die Gemeinderatsfraktion der CDU. Richtig!

Nach der Absprache zwischen Gemeinde und Land bleibt ein erheblicher Teil der Kosten an der Gemeinde hängen. Die Finanzlage der Gemeinde Remseck ist bereits jetzt extrem angespannt. Es ist völlig unklar, woher das Geld kommen soll. Von der dafür erforderlichen Belebung der Konjunktur und den damit verbundenen Steuermehreinnahmen kann hier im Großraum Stuttgart mit all den aktuellen Problemen kaum ausgegangen werden.

4.Daher fordern wir als Verein „Wir für Morgen“:

Remseck, mach dich ehrlich. Du kannst dir die Westrandbrücke (WRB) nicht leisten und wirst es auch in 10 Jahren nicht können! Für dieses Projekt dringend erforderliche Investitionen, z. B. in die Schulgebäude, dürfen wegen der WRB nicht leiden.

Ein Projekt, das die Verkehrsprobleme Remsecks nicht löst und stattdessen durch die Mitte der Stadt eine Trennschneise schlägt und nicht finanzierbar ist, sollte nicht weiterverfolgt und beplant werden. Auch die Planung kostet Geld und belastet den Haushalt der Stadt, was an anderen Stellen fehlt.

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